Mantrailing

Beim Mantrailing orientiert sich der Hund am Individualgeruch, des Menschen. Dazu wird ihm am letzten bekannten Aufenthaltsort eine Geruchsprobe des Vermissten, wie ein Schuh, Schlüsselbund o.ä. angeboten. Die Spur hält sich unter Umständen einige Tage, unter besten Gegebenheiten, sogar Wochen! Mantrailer können auch innerhalb von Gebäuden und bebauten Flächen eingesetzt werden.

Durch den Einsatz der Mantrailer kann häufig die Richtung der vermissten Person vorgegeben werden. Somit ist es möglich, die Flächensuchhunde gezielter einzusetzen und größere abzusuchende Flächen entsprechend zu priorisieren. Das Zusammenspiel zwischen Mantrailer und Flächensuchhunden steigert die Effizienz bei der Vermisstensuche. Es werden jedoch, je nach Situation und Anforderung, auch ausschließlich Mantrailer oder Flächensuchhunde bei der Vermisstensuche eingesetzt.

Als erste Staffel des BRH führt die Rettungshundestafel Mittlerer Neckar seit Frühjahr 2003 neben den etablierten Rettungshundesparten Trümmer und Fläche die Ausbildung im Bereich Mantrailing durch und nimmt somit eine Vorreiterrolle innerhalb des BRH ein. Unterstützt wurde die Ausbildung von der Leiterin der Tessiner RH-Staffel Gabi Trautmann.

2004 wurden die ersten Vorprüfungen abgenommen.

2005 wurden die ersten Prüfungen in Italien von der ENCI (Katastrophenschutz) abgenommen. Zwei unserer Mitglieder bestanden diese Prüfung und konnten somit in den Einsatz gehen.

2006 wurde in Italien vor der ENCI (Katastrophenschutz) drei Prüfungen erfolgreich abgelegt.

2007 bestanden wiederum zwei Mitglieder die Prüfung vor der ENCI (Katastrophenschutz). Im selben Jahr wurde außerdem in Havelberg eine Level 1- Prüfung erfolgreich abgelegt.

Der erste erfolgreiche Mantrailereinsatz fand 2006 am Breitenstein statt.

Mantrailing, in einer Minute erklärt

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Der lange Weg zum geprüften Mantrailer-Team

Zuerst muss das Rettungshunde-Team  eine Grundprüfung  und eine Basisprüfung ablegen.
Bei der Grundprüfung wird in der Stadt eine Spur von circa 300 Metern Länge gelegt.
Unmittelbar danach darf das Suchteam beginnen,  also auf der „frischen“ Spur fährten.  

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Trinkpausen müssen sein - auch während der Suche

Dann folgt die Basisprüfung, hier  darf das Mantrailing-Team erst eine Stunde nach Fährtenlegung  loslaufen, der Trail wird schon länger (600 bis 800 Meter)  und führt über Wald und Wiese. 

Wenn diese Prüfungen bestanden sind, wird man zu den drei Hauptprüfungen zugelassen.

-          MT Stadt : Spuralter 2 bis 6 Stunden/Stadt/Spurlänge 1000m – 1200 Meter

-          MT Land :  Spuralter 12 bis 20 Stunden/Wald-Wiese/Spurlänge 1000 – 1200 Meter)

-          MT Negativ : Der Hundeführer erhält einen Geruchgegenstand von einer Person, die sich nachweislich noch nie an diesem Ort aufgehalten hat oder welche eine Spur (maximal eine Stunde alt, im Wald) gelegt hat, die nach maximal 100 m endet (Abtransport des „Vermissten“  in einem vollständig geschlossenen Auto ohne in die Nähe der Spur zu kommen).  Welche der beiden Varianten gewählt wurde, wird dem Suchteam nicht mitgeteilt.

Der Hundeführer muss erkennen, dass der Hund entweder keine Spur aufnehmen kann oder dass die Spur im entsprechenden Bereich endet, je nachdem, welche Variante als Aufgabe gestellt wurde.

Erst mit erfolgreichem Ablegen aller Prüfungen ist das Team einsatzfähig.

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