Grußwort Helmut Haller

Aus der Zwischenablage am 10.05.2014 20:18 eingefügt.

BRH Rettungshundestaffel Mittlerer Neckar e.V.

„Am Anfang schuf Gott den Menschen, aber als er sah, wie schwach er war, gab er ihm den Hund“ Leider ist immer mehr festzustellen, dass die Bevölkerung die Hunde-haltung als lästig empfindet und immer mehr Einschränkungen fordert. Natürlich gibt es unverbesserliche Hundehalter, die rücksichts- und verantwortungslos ihre Hunde machen lassen was und wo sie wollen. Aber “schwarze Schafe“ gibt es überall, daraus eine pauschale Verurteilung abzuleiten ist genau so unverständlich. Für die wirklichen Hundefreunde haben die Hunde einen unschätzbaren Wert. Hinzu kommt, dass die zusätzliche Bedeutung des Hundes als Dienstleister wie Polizei-, Wach-, Therapie- Blinden- und auch als Rettungshund die Wertstellung des Hundes mehr als deutlich macht. Als Dienstleister erbringen die Hunde immense Leistungen, die nur vergleichsweise wenig oder auch gar nicht honoriert wird. Es ist festzustellen, dass Hunde neben ihrer persönlichen Wertstellung auch rein wirtschaftlich gesehen unserer Gesellschaft mehr geben als kosten. Dies gilt auch für das soziale Engagement von vielen freiwillig tätigen Mitbürgern, ohne sie wäre unser Staat kaum überlebensfähig. So wie die Tätigkeit der Mitglieder der Rettungshundestaffel Mittlerer Neckar e.V., die sich im Dienste gegenüber ihren Mitbürgern bereit erklären die nicht leichte Aufgabe im Katastrophendienst zu leisten Menschen die in Not geraten sind zu retten. Die Rettungshundestaffel Mittlerer Neckar e.V. besteht nun bereits seit 25 Jahren. Im Verlaufe dieser Zeit hat sich die Staffel nicht nur zu einer leistungsfähigen Einheit entwickelt sondern auch bei zahlreichen Einsätzen im In- und Ausland ihre Qualität unter Beweis gestellt. Durch meine Funktionen im In- und Ausland habe ich viele Eindrücke von der Rettungshundearbeit und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass es nur wenige Einheiten gibt die so auf die Qualität der Hunde, der Hunde-führer und der Einsatzkräfte achtet wie dies in dieser Staffel praktiziert wird. Immer unter dem Aspekt der vermissten Person das Beste zu bieten und die besten Chancen zum Überleben zu geben. Ich wünsche allen Mitgliedern der Staffel Mittlerer Neckar noch weitere gute und erfolgreiche Jahre mit ihren Hunden. Prof. Dr. Helmut Haller Präsident des BRH

Pressebericht Teckbote Jubiläum

 

Aus Liebe zum Hund und zum Menschen

„Eine Idee zu haben ist eine Sache, aber es bedarf vieler Mitstreiter“, betonte der erste Vizepräsident des Bundesverbands Rettungshunde (BRH) Jürgen Schart in seiner Festrede anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der BRH Rettungshundestaffel Mittlerer Neckar. Viele „Blaulichter“ darunter Polizei, Freiwillige Feuerwehr, THW und Bergwacht blickten am Samstag in Schlierbach auf die gute Zusammenarbeit zurück.

Viktoria Pardey

Vor 25 Jahren wurde die BRH Rettungshundestaffel Mittlerer Neckar gegründet.

Foto: Genio Silviani

Schlierbach. Wie bewegt 25 Jahre sein können, stellte der Vorsitzende Peter Göttert in seinem historischen Überblick heraus. Ein Schmunzeln konnte viele der 70 Anwesenden dabei nicht unterdrücken. Göttert, der selbst zu den zehn Gründungsmitgliedern des Vereins gehört, reihte Anekdoten aneinander: Vor dem inneren Auge der Zuhörenden lief er am Feuerwehrtag 1990 in Friedrichshafen mit seinen Kameraden und Hunden im Festzug mit, wo er dem auf der Tribüne stehenden damaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Lothar Späth, zurief, dass sie aus Stuttgart angereist seien. Göttert ist sich sicher, dass Späth daraufhin zu dem damaligen Bundeskanzler Kohl gesagt habe: „Das sind meine Rettungshunde.“

Es gab aber auch viele Fakten, die stolz erwähnt werden konnten. Die Staffel kann auf mehr als 500 Einsätze zurückblicken, darunter allein drei Auslandseinsätze im Jahr 1999 in der Türkei und Taiwan nach den dortigen Erdbeben. Ihnen folgten bis heute andauernde bilaterale Kooperationen. Sein erstes Übungsgelände besitzt der Verein seit 1992. Auch durch eine großzügige Hinterlassenschaft konnten im Jahr 2000 das Übungsgelände St. Antonius und das Albert-Fischer-Vereinsheim eingeweiht werden. Gerne blicken die Mitglieder auch auf eine Reihe von Fernsehauftritten zurück: In der Kindersendung „Tigerentenclub“ durften die Schlierbacher Hunde genauso ihr Geschick zeigen wie bei der Großen Show der Naturwunder mit Frank Elstner und Ranga Yogeshwar.

Soziales Engagement über die eigentliche Arbeit als Hundeführer hinaus wurde in den vergangenen 25 Jahren groß geschrieben. So waren Kinder aus Tschernobyl für einen Tag zu Gast in Schlierbach, für die Hunde nach der atomaren Katastrophe fast Unbekannte waren. Alle Tiere mit Fell waren in ihrer Umgebung aus Angst vor Strahlung getötet worden. Auch wurden Kooperationen zwischen der Schlierbacher Grundschule und der Rohräckerschule Esslingen unterstützt.

Die BRH Rettungshundestaffel Mittlerer Neckar scheint sich Superlativen verschrieben zu haben: Marie Theres Fetzer, ein weiteres Gründungs- und Vorstandsmitglied, ist die in Deutschland am längsten aktive Rettungshundeführerin. Bereits 1971 hatte sie in der Schweiz ihre erste Prüfung abgelegt. Mit ihrem mittlerweile vierten Hund Balko ist sie Mitglied des A-Kaders des Bundesverbands. Die beiden haben gemeinsam schon 150 bis 200 Einsätze absolviert. Balko, mit seinen zehn Jahren schon fast ein Senior, ist noch voll einsatzfähig. Auch die erste Dackeldame Jessy, die jemals zum Rettungshund ausgebildet wurde, stammt aus der Schlierbacher Schmiede.

Viele lobenden Worte für Verein und Vorsitzenden fanden die Festredner. Schlierbachs Bürgermeister Paul Schmid hob die Leistung hervor, in so kurzer Zeit einen Verein mit Übungsgelände und Heim aufgebaut zu haben. Er war stolz darauf, die Gruppe als Teil der Gemeinde zu haben. Anschließend berichtete Adalbert Küchler, Leiter des Dezernats Recht, Ordnung und Mobilität des Landratsamts Göppingen, von seinen Erfahrungen des Juni-Hochwassers im vergangenen Jahr. Die Fils war bedrohlich angestiegen, ein Dammbruch wurde befürchtet. Schadenfälle könnten sehr schnell eintreten, eine Rettungshundestaffel sei dann unabdingbar.

Sollte es einmal an „Opfern“ für Übungen fehlen, so kann die Hundestaffel nun auch auf die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens (SPD) zurückgreifen, die sich schmunzelnd dazu bereit erklärte. Die Politikerin würdigte das Ehrenamt, das sich auf viele verschiedene Weisen dem Schutz von Leben verschrieben habe: „Aus Liebe zum Hund. Aus Liebe zum Menschen. Im Dienste der Gesellschaft.“

Quelle: Teckbote Kirchheim, 26.05.2014